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Zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung?

Zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung?

Studie bestätigt: Gesetzliche Krankenversicherungen bieten bessere Leistungen als die Privaten.

Wenn sich die Lebensumstände ändern, wollen Privatversicherte oftmals zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung. Doch der Wechsel ist nicht ohne Weiteres möglich. Wir erklären dir: 

  • die Unterschiede zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung,
  • warum die Rückkehr von der Privaten zur Gesetzlichen Krankenversicherung oft schwierig ist und
  • unter welchen Voraussetzungen du doch wechseln kannst.

PKV oder GKV?

In jungen Jahren stellen sich viele Versicherte die Frage, ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sein wollen. Die Entscheidung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Grundsätzlich kannst du nur in die Private Krankenversicherung (PKV) eintreten, wenn du als Angestellter ein bestimmtes Jahreseinkommen nachweisen kannst beziehungsweise als Beamter oder überwiegend selbstständig tätig bist. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hingegen steht jedem offen. Die Versicherungspflicht ist ein zentraler Grundsatz in der GKV und stellt sicher, dass jeder eine medizinische Grundversorgung erhält.

Wie unterscheidet sich der Beitragssatz?

Als eine der gesetzlichen Sozialversicherungen beruht die GKV auf dem Solidaritätsprinzip: Alle Versicherten stehen füreinander ein. Die Beiträge werden nicht abhängig vom persönlichen Krankheitsrisiko berechnet, sondern allein nach dem Einkommen.

In der PKV berechnen sich die Kosten nach dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand und den gewünschten Leistungen der Versicherten. So profitieren vor allem junge, gesunde Besserverdiener von günstigen Tarifen. Doch aufgepasst: Lebensumstände können sich ändern. Geringeres Einkommen, Kinder oder ausgeschlossene Krankheitsbilder können Gründe sein, warum die PKV plötzlich zu teuer wird.

Welche Leistungsunterschiede gibt es?

Die Leistungen Gesetzlicher Krankenversicherungen sind besser als die der Privaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Premium Circle im Auftrag der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/Die Grünen. Danach werden sogar bei den Top-Tarifen der privaten Versicherer im Schnitt mehr als ein Viertel der als unverzichtbar definierten Mindestanforderungen nicht erfüllt. Bei der GKV sind es nur drei Prozent. Vor allem im Bereich der Palliativversorgung, häuslichen Krankenpflege, Psychotherapie und bei Impfungen hat die GKV oftmals das bessere Leistungsspektrum.

Warum ist die Rückkehr in die GKV oft schwierig?

Wer einmal privat versichert ist, kann nicht ohne Weiteres zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung: Versicherte, die in jungen Jahren noch von niedrigen Beitragssätzen der Privaten profitierten, wollen später – mit steigendem Alter – auf die womöglich mittlerweile für sie preiswerter gewordenen Gesetzlichen ausweichen. Das entspricht aber nicht dem Grundgedanken der Gesetzlichen Krankenversicherung ­– dem Solidaritätsprinzip. Deswegen ist ein Wechsel zwischen den Systemen vom Gesetzgeber so eigentlich nicht vorgesehen.

Gibt es da keine Ausnahmen?

Doch. Möglich ist die Rückkehr zur Gesetzlichen Krankenversicherung unter folgenden Voraussetzungen:

  • Wenn du jünger als 55 Jahre bist, kannst du in die GKV wechseln, wenn dein Bruttoeinkommen unter 60.750 Euro liegt.
  • Als Selbstständiger kannst du die PKV verlassen, wenn du deine Tätigkeit nur noch nebenberuflich ausführst und im Hauptjob nicht mehr als 60.750 Euro verdienst.
  • Wenn du über 55 Jahre bist, kannst du nur dann wechseln, wenn du in die Familienversicherung deines gesetzlich versicherten Partners aufgenommen wirst. Dabei darf neben weiteren Voraussetzungen dein monatliches Einkommen nicht über 445 Euro liegen, beziehungsweise bei einem Minijob nicht über 450 Euro.

Die Wahl des Krankenversicherungssystems will gut also durchdacht sein: Nicht alles, was zunächst günstig erscheint, zahlt sich auch später aus.


Einen Überblick über die Leistungen der KNAPPSCHAFT bekommst du hier.

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